Meta-Strukturen

Kristalle - Fenster zur atomaren Welt

Das Verständnis komplexer Prozesse in der belebten Natur im Allgemeinen und deren Bausteine im Speziellen ist das erklärte Ziel der Biowissenschaften. Kristalle haben dem Menschen das erkenntnisreichste Fenster zum strukturellen Verständnis dieser „funktionellen Einheiten“, den Proteinen, eröffnet. Die Vielfalt und mögliche Komplexität von Kristallen können durch zwei der Natur inhärente Eigenschaften beschrieben werden:

periodisch – fraktal

Die dreidimensionale Periodizität der elementaren Bestandteile von Kristallen und die Dynamik der Energieflüsse während der Kristallbildung führen zu selbstähnlichen, so genannten „skaleninvarianten“ Strukturen die Fraktale genannt werden. Fraktale sind das objektgewordenen Bestreben der Natur das thermodynamische Gleichgewicht in einem System fern von diesem Punkt, so schnell und effizient wie möglich wieder herzustellen.

Das vorliegende Bild soll in seiner Idee beide Eigenschaften symbolisch vereinen. Der Verlauf des Regenbogenspektrums über das Bild soll das Licht darstellen, welches diese Strukturen für den Beobachter sichtbar macht. Da das Spektrum für Kristallographen erheblich größer ist als das sichtbare, hat diese Darstellung naturgemäß eine entsprechende Bedeutung.

Die Beobachtung einer fraktalen Struktur solcher Schönheit und Klarheit, in einem Kristall solcher Längenskalen (submillimeter), ist in unserem Laboralltag ein sehr seltenes Ereignis, weshalb das Original in seinen feinen Details auch zur Darstellung kommen soll.

Alle Bilder wurden am „Institute for Computational and Structural biology“, Max F. Perutz Laboratories, Campus Vienna Biocenter, Universität Wien aufgenommen.

Mikroskop Leica Vergrößerung 10-100x Polarisationsfilter Software: Photoshop CS3, AndreaMosaic.